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«Schönheit muss Charakter haben»

Aug 27
9 min read

Dr. Nazanin Böhle über natürliche Ästhetik, schmerzfreie Zahnmedizin und den Mut, in Zürich ihre eigene Praxis zu eröffnen.


Dr. Nazanin Böhle

Teheran, Dubai, Deutschland, Madrid, Paris und schliesslich Zürich. Dr. Nazanins Böhle Weg verlief nie auf der direkten Linie. Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb sie Schönheit heute anders betrachtet als viele Menschen in ihrer Branche. Für sie beginnt ein schönes Lächeln nicht bei möglichst weissen Zähnen. Es beginnt bei der Person, zu der dieses Lächeln gehört.

In ihrer Praxis House of Smiles im Zentrum von Zürich verbindet sie moderne Kieferorthopädie mit einem Ansatz, der so selbstverständlich klingt und dennoch erstaunlich selten ist. Gesunde Zähne sollen erhalten bleiben. Behandlungen sollen möglichst wenig Angst machen. Und niemand soll einem fremden Schönheitsideal angepasst werden.


Im Gespräch mit REACH erzählt Nazanin, wie die Erfahrungen verschiedener Länder ihr Verständnis von Ästhetik geprägt haben, weshalb sie aus Verantwortung gegenüber ihren Patientinnen und Patienten Unternehmerin wurde und warum sie beim sogenannten Hollywood Smile ziemlich deutlich wird.


Von Teheran über Dubai nach Zürich

REACH: Bevor wir über House of Smiles sprechen, wer ist die Frau hinter der Praxis?

Nazanin: Ich bin vor allem ein neugieriger Mensch. Ich liebe es zu reisen, verschiedene Kulturen kennenzulernen und mich ständig weiterzuentwickeln. Nicht nur fachlich, sondern auch menschlich.

Ich bin von Schönheit in all ihren Formen fasziniert. Das kann Essen sein, Interior Design oder die Art, wie Menschen miteinander umgehen. Für mich ist es ein schönes Gefühl, wenn die Menschen um mich herum glücklich sind. Das wirkt auch auf mich zurück.

Du bist in verschiedenen Ländern aufgewachsen und hast an unterschiedlichen Orten studiert. Was hat das mit deinem Blick auf Schönheit gemacht?

Ich wurde in Teheran geboren. Dort habe ich Schönheit vor allem als Gefühl erlebt. Familie und Freunde, gemeinsam essen, Zeit miteinander verbringen und sich gegenseitig unterstützen. Es war sehr viel Wärme und Liebe.

Aufgewachsen bin ich dann in Dubai. Dubai ist stark von Exzellenz, Perfektion und Details geprägt. Dort habe ich gelernt, Proportionen genau wahrzunehmen und einen Blick für Präzision zu entwickeln.

In Europa kam eine andere Perspektive hinzu. Hier habe ich verstanden, dass Schönheit nicht zwingend Perfektion bedeutet. Persönlichkeit, Charakter und kleine Besonderheiten können einen Menschen viel interessanter machen.

Deutschland hat mir Disziplin und eine sehr fundierte medizinische Basis vermittelt. In Madrid und Paris habe ich bei meinen Weiterbildungen nochmals andere Vorstellungen von Eleganz und Individualität kennengelernt.

In Zürich konnte ich diese verschiedenen Einflüsse schliesslich zusammenbringen. Hier gibt es medizinische Präzision, aber auch eine grosse Nähe zur Natur. Ich hatte das Gefühl, dass alles, was ich bis dahin gelernt und gesammelt hatte, hier zusammenpassen könnte.


«Perfekt zu sein, ist nicht das Ziel»

Was ist die wichtigste Erkenntnis, die du aus diesen unterschiedlichen Stationen mitgenommen hast?

Dass perfekt zu sein nicht das Ziel ist. Jeder Mensch ist individuell und bringt seine eigene Persönlichkeit mit. Diese Individualität sollte man nicht entfernen, sondern verstehen.

Trotzdem arbeitest du in einem Bereich, in dem es sehr stark um Ästhetik geht.

Natürlich. Schönheit spielt eine Rolle. Aber ich finde, sie muss zur Person passen. Sie darf nicht aussehen, als wäre dieselbe Vorlage auf unterschiedliche Gesichter kopiert worden.

Für mich bedeutet Schönheit heute Authentizität. Sie muss zur Energie und zum Charakter eines Menschen passen. Manchmal ist gerade das, was nicht vollständig perfekt ist, das Schönste an einer Person.


Vierzehn Jahre Ausbildung und ein neuer Blick auf Zahnmedizin

Wie bist du zur Kieferorthopädie gekommen?

Mein Ausbildungsweg war lang. Nach der Schule habe ich Zahnmedizin in Dubai studiert. Danach bin ich in den Iran zurückgekehrt und habe zwei Jahre an einer Universität gearbeitet.

Später habe ich mich für Deutschland entschieden, weil die Weiterbildung in Kieferorthopädie dort sehr fundiert ist. Ich musste zuerst Deutsch lernen, die deutsche Approbation erhalten und anschliessend meine Facharztausbildung absolvieren. Insgesamt habe ich rund vierzehn Jahre in meine Ausbildung und Weiterbildungen investiert.

In Deutschland habe ich eine sehr starke medizinische und biologische Grundlage erhalten. Gleichzeitig wollte ich neue und modernere Behandlungsmethoden kennenlernen.

Über meinen Mentor, der aus Madrid kommt, lernte ich schliesslich einen anderen Ansatz kennen. Behandlungen ohne Metallbrackets, möglichst ohne das Entfernen gesunder Zähne und mit einem stärkeren Fokus auf den Erhalt der natürlichen Zahnstruktur.

Dieser Ansatz hat meine Arbeit grundlegend verändert.


Der Schritt in die Schweiz

Wie bist du schliesslich in Zürich gelandet?

Ich suchte nach einer Klinik, in der ich diese Methode konsequent anwenden konnte. In der Schweiz fand ich ein Unternehmen, das bereits mit ästhetischen Zahnbehandlungen arbeitete, aber noch keine umfassende Kieferorthopädie für Kinder, Jugendliche und komplexere Fälle anbot.

Ich sagte ihnen, dass ich helfen könnte, diesen Bereich aufzubauen. Zunächst waren sie zurückhaltend. Zwei Monate später meldeten sie sich und waren bereit, es zu versuchen.

Ich trainierte das Labor und die Zahnärzte und begann, auch Jugendliche und schwierigere Fälle mit transparenten Zahnschienen zu behandeln. Innerhalb eines Jahres betreute ich über 500 Patientinnen und Patienten.

Dann wurde das Unternehmen verkauft und der Bereich sollte geschlossen werden.

House of Smiles

Eine Praxis, die aus Verantwortung entstand

Und in diesem Moment hast du dich selbstständig gemacht?

Ja. Aber nicht, weil ich unbedingt Unternehmerin werden wollte.

Ich konnte meine Patientinnen und Patienten nicht einfach im Stich lassen. Viele befanden sich mitten in einer Behandlung. Zahnmedizin ist Vertrauenssache. Diese Menschen hatten mir vertraut, und ich wollte ihre Behandlungen verantwortungsvoll zu Ende führen.

Deshalb habe ich die Standorte übernommen, an denen ich gearbeitet hatte.

Du warst zu diesem Zeitpunkt erst relativ kurz in Zürich.

Ja, ich war ungefähr zwei Jahre hier. Natürlich bin ich sehr dankbar, dass ich diese Möglichkeit hatte. Aber der eigentliche Grund war das Feedback meiner Patientinnen und Patienten. Ihre Freude und ihre Dankbarkeit haben mir gezeigt, dass ich diesen Weg weitergehen sollte.

Das heisst, dein Unternehmen entstand aus einem ethischen Entscheid.

Genau. Mir war wichtig, weiter so behandeln zu können, wie ich es für medizinisch richtig halte. Möglichst schmerzarm, ohne unnötige Eingriffe und mit weniger Angst.


Die eigene Zahnspange als Motivation

Nazanin weiss aus persönlicher Erfahrung, wie belastend eine kieferorthopädische Behandlung sein kann. Als Jugendliche trug sie viereinhalb Jahre lang eine feste Zahnspange. Mehrere Zähne wurden entfernt, hinzu kamen wiederkehrende Probleme und unangenehme Erfahrungen.

Heute prägt diese Erinnerung ihre Arbeit.

Hat deine eigene Behandlung beeinflusst, wie du heute mit Patientinnen und Patienten arbeitest?

Sehr stark. Ich wollte einen Weg finden, wie Menschen angenehmer behandelt werden können und nicht dieselben Erfahrungen machen müssen wie ich.

Durchsichtige Zahnschienen erlauben uns, die Behandlung viel genauer zu planen. Jede Bewegung kann individuell programmiert werden. Statt einen vorgefertigten Metallbogen zu verwenden, in den jeder Mensch hineinpassen soll, können wir die Behandlung an die Anatomie der einzelnen Person anpassen.

Je nach Fall kann eine Behandlung dadurch auch deutlich kürzer sein. Natürlich muss man jeden Menschen individuell anschauen. Aber mein Ziel ist immer, so gezielt und schonend wie möglich zu arbeiten.

  • House of Smiles
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Ein schönes Lächeln ist nicht nur weiss und gerade

Viele Menschen denken bei Kieferorthopädie zuerst an gerade Zähne. Du sprichst aber auch sehr viel über Funktion.

Weil Zähne nicht isoliert funktionieren. Zum System gehören das Zahnfleisch, der Kieferknochen, die Kiefergelenke und die Kaumuskulatur.

Wenn der Biss nicht richtig aufeinanderpasst, werden die Kräfte nicht gleichmässig verteilt. Eine Seite wird stärker belastet, andere Muskeln versuchen das auszugleichen. Über längere Zeit können dadurch Verspannungen, Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen entstehen.

Viele Betroffene suchen jahrelang nach der Ursache. Sie waren möglicherweise bereits bei verschiedenen Fachärzten, bevor jemand den Zusammenhang mit dem Kiefer untersucht.

Das passiert nicht von heute auf morgen. Es entwickelt sich oft über Jahre. Deshalb ist Prävention so wichtig.


Warum sie ihre Praxis wie eine Galerie gestaltet hat

Wer House of Smiles betritt, landet nicht in einem klassischen, sterilen Behandlungsraum. Kunst, Design und wechselnde Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern sollen die Atmosphäre verändern.

Was war deine Idee hinter der Gestaltung der Praxis?

Zahnmedizin ist für viele Menschen bereits stressig genug. Ich wollte deshalb keine kalte Atmosphäre schaffen.

Unsere Praxis ist auch eine kleine Galerie. Wir arbeiten mit verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern zusammen und zeigen ihre Werke in den Räumen. Wenn jemand hereinkommt, soll nicht sofort dieses Gefühl entstehen: Oh Gott, ich bin beim Zahnarzt.

Ich möchte, dass Menschen Schönheit sehen, sich wohlfühlen und vielleicht eine andere Beziehung zur Zahnmedizin entwickeln.

Viele kommen erst, wenn sie Schmerzen haben. Dann ist das Problem aber häufig bereits weit fortgeschritten. Moderne Zahnmedizin sollte stärker präventiv arbeiten. Wir sollten Zähne, Zahnfleisch und Knochen möglichst lange gesund erhalten, statt erst zu reagieren, wenn etwas verloren gegangen ist.


Was ein Lächeln mit Selbstbewusstsein macht

Du behandelst nicht nur Zähne. Du siehst vermutlich auch, was ein neues Lächeln mit einem Menschen macht.

Ja, sehr oft. Wenn Menschen wieder gerne lächeln, verändert sich ihre Haltung. Sie wirken selbstbewusster und offener.

Eine Patientin erzählte mir einmal, dass sie während ihrer Behandlung einen Mann kennengelernt hatte. Sie fragte ihn später, was er an ihr am meisten liebe. Seine Antwort war: dein Lächeln.

Dann sagte sie zu mir: «Und das habe ich von dir.»

Das war ein sehr emotionaler Moment. In solchen Augenblicken weiss ich wieder, weshalb ich all diese Jahre gelernt und studiert habe.


Der Hollywood Smile kann gerne in Hollywood bleiben

Durch Social Media werden wir ständig mit vermeintlich perfekten Gesichtern und Zähnen konfrontiert. Wie hat sich das auf die Wünsche deiner Patientinnen und Patienten ausgewirkt?

Es kommt häufig vor, dass jemand ein Bild zeigt und sagt: Genau solche Zähne möchte ich.

Natürlich höre ich zu. Schönheit liegt im Auge des Betrachters und die Wünsche der Patientinnen und Patienten sind wichtig. Aber wir dürfen biologische Grenzen und ästhetische Grundprinzipien nicht ignorieren.

Ein Ergebnis muss auch langfristig funktionieren. Alles möglichst schnell zu verändern, ist häufig nicht nachhaltig.

Was hältst du persönlich vom Hollywood Smile?

Ehrlich gesagt finde ich ihn oft viel zu künstlich. Es ist ein Trend, bei dem Menschen kopiert werden. Sehr grosse, sehr weisse und vollkommen gleichmässige Zähne passen nicht automatisch zu jedem Gesicht.

Alles, was die natürliche Farbe oder Form zu stark überschreitet, wirkt für mich schnell fremd. Ich möchte keine gesunden Zähne für eine kurzfristige Vorstellung von Schönheit opfern.

Früher wurde für Veneers teilweise gesunde Zahnsubstanz entfernt, um Platz für Keramikschalen zu schaffen. Das kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, aber es sollte nie leichtfertig gemacht werden.

Ich erkläre meinen Patientinnen und Patienten deshalb offen, was möglich ist, welche Risiken bestehen und weshalb ich manche schnellen Lösungen nicht anbiete. Manche entscheiden sich dann vielleicht für eine andere Praxis. Das gehört dazu. Ich muss hinter meiner Arbeit stehen können.


Selbstständigkeit klingt freier, als sie ist

Du führst heute eine eigene Praxis mitten in Zürich. Was hat dich als Unternehmerin am stärksten verändert?

Die Verantwortung.

Plötzlich trägst du nicht nur die Verantwortung für deine Patientinnen und Patienten, sondern auch für dein Team und alles, was rund um die Praxis passiert.

Viele denken, Selbstständigkeit bedeute vor allem Freiheit. Kein Chef, freie Entscheidungen, mehr Zeit. Zumindest am Anfang ist häufig das Gegenteil der Fall. Man hat viel mehr Verantwortung und deutlich weniger Freizeit.

Ich habe die Praxis seit rund eineinhalb Jahren und lerne wirklich jeden Tag etwas Neues. Aber ich glaube, dass Menschen erfolgreich sein können, wenn sie eine klare Vorstellung davon haben, was sie aufbauen möchten, und bereit sind, Zeit und Leidenschaft zu investieren.


Kaffee, Rotwein und das grössere Problem

Zum Schluss beantwortet Nazanin einige Fragen aus der REACH Community.

Was richtet mehr Schaden an: Kaffee, Rotwein oder Rauchen?

Rauchen. Kaffee und Rotwein können die Zähne verfärben, beschädigen sie aber nicht auf dieselbe Weise. Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung des Zahnfleischs. Dadurch können Wunden schlechter heilen und Zahnfleischerkrankungen entstehen. Im schlimmsten Fall kann es zu Knochenabbau und weiteren ernsthaften Erkrankungen kommen.

Und was wird bei der Zahngesundheit häufig unterschätzt?

Säuren. Die meisten Menschen wissen, dass Zucker Karies fördern kann. Aber auch die Säuren in Energy Drinks, Softdrinks und Säften können den Zahnschmelz angreifen.

Entscheidend ist häufig die Regelmässigkeit. Es bedeutet nicht, dass man nie mehr etwas Saures trinken darf. Wer die Zähne aber über den ganzen Tag hinweg immer wieder Säure aussetzt, gibt dem Zahnschmelz kaum Zeit, sich zu erholen.

Elektrisch oder von Hand?

Welche Zahnbürste ist besser?

Grundsätzlich können beide funktionieren. Entscheidend ist, dass man richtig und lange genug putzt.

Elektrische Zahnbürsten reinigen in kurzer Zeit sehr viele Oberflächen. Da die meisten Menschen eher zu schnell putzen, empfehle ich häufig eine elektrische Zahnbürste.

Mindestens zwei Minuten sollte man sich Zeit nehmen. Und die Zahnzwischenräume dürfen nicht vergessen werden. Selbst mit der besten Putztechnik erreicht man diese Bereiche mit einer normalen Zahnbürste nicht vollständig.

Was machen die meisten Menschen beim Putzen falsch?

Sie putzen zu schnell und nicht überall gleich gründlich.

Bei Rechtshändern sehe ich beispielsweise oft, dass bestimmte Bereiche sehr sauber sind, während andere Stellen immer wieder vergessen werden. Wir bewegen die Bürste automatisch und denken kaum darüber nach.

Deshalb sollte man bewusst langsam vorgehen. Und zusätzlich Zahnseide oder Interdentalbürsten verwenden. Karies zwischen den Zähnen wird häufig erst spät bemerkt.


Der Beauty Trend, bei dem Nazanin endgültig den Zahnarztmodus einschaltet

Welchen aktuellen Zahntrend findest du besonders problematisch?

Selbstbehandlungen.

Menschen feilen ihre Zähne zu Hause ab, verwenden fragwürdige Bleachingprodukte oder kleben sich selbst Zahnschmuck auf. Das kann die Zähne dauerhaft schädigen.

Bitte geht dafür zu einer Fachperson. Und bitte zeigt nicht online anderen Menschen, wie sie ihre Zähne selbst behandeln sollen.

Also keine Zahnbehandlung im Kinderzimmer?

Nein. Bitte nicht.


Wissen soll nicht in der Praxis bleiben

Was möchtest du in den kommenden Jahren erreichen?

Ich bin nicht Unternehmerin geworden, weil es mein Traum war, Unternehmerin zu sein. Ich hatte vielmehr das Gefühl, dass ich eine Aufgabe habe.

Ich möchte zeigen, dass Kieferorthopädie auch schonend, minimalinvasiv und mit möglichst viel Zahnerhalt funktionieren kann. Kinder und Erwachsene sollen wissen, dass es heute andere Möglichkeiten als die klassische Behandlung mit Metallbrackets gibt.

Auch in anderen Bereichen entwickelt sich die Zahnmedizin ständig weiter. Bei sehr frühen Stadien von Karies gibt es heute beispielsweise Behandlungsansätze, bei denen nicht sofort gebohrt werden muss.

Ich bilde mich deshalb laufend weiter, besuche Kongresse und arbeite zeitweise in führenden Kliniken mit. Wenn ich von einer neuen Methode überzeugt bin und sehe, dass sie Patientinnen und Patienten wirklich hilft, möchte ich sie auch in meine Praxis bringen.

Stillstand passt nicht zu mir.


Das Lächeln gehört noch immer der Person

Nach unserem Gespräch bleibt vor allem ein Satz hängen: Schönheit muss Charakter haben.

Nazanin arbeitet in einer Branche, die äussere Veränderungen verkauft. Trotzdem spricht sie auffallend oft über Erhalt. Über gesunde Zahnsubstanz, die nicht unnötig entfernt werden sollte. Über Gesichter, die nicht alle gleich aussehen müssen. Über Patientinnen und Patienten, die nicht auf ein Ergebnis reduziert werden dürfen.

Vielleicht ist genau das der entscheidende Unterschied.

Ein gutes Lächeln sieht nicht nach jemand anderem aus. Es sieht nach dir aus.



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